MV kippt Regel zum Freilassen von Brettern

Über einen mit Spannung erwarteten Antrag hat die Mitgliederversammlung in Bamberg entschieden: Das Freilassen von Brettern zieht künftig nicht mehr den Verlust der nachfolgenden Bretter nach sich. Das hatten gleich vier Vereine gefordert; mit 14:11 Stimmen entschieden sich die Delegierten dafür, die jahrelang gültige Regel in der Turnierordnung zu kippen. Im Gegenzug und zum Verhindern taktischer Spielchen werden Geldbußen eingeführt: je 50 Euro fürs Freilassen von Brett 1 und 2, 30 Euro für Brett 3 und 4, 10 Euro für Brett 5 und 6; das Nichtbesetzen der Bretter 7 und 8 bleibt ungeahndet. Gleichzeitig steigt die Buße für eine Spielabsage, egal zu welchem Zeitpunkt sie erfolgt, auf 150 Euro.

Nur 19 Vereine waren bei der MV in Bamberg vertreten; hinzu kamen Funktionäre der Kreise und Kreisverbände sowie des Schachbezirks. Sie stimmten auch darüber ab, welche Mannschaft den BVO ins Jahr 2020 führt. An der Spitze steht weiterhin Ingo Thorn, der als Bezirksvorsitzender einstimmig im Amt bestätigt wurde. Veränderungen gab es lediglich auf dem Posten der Beauftragten für Frauenschach – Stefanie Birke (FC Nordhalben) ist Nachfolgerin von Bojana Hofmann – und beim Webmaster: Elias Pfann (SC Höchstadt) folgt auf Alvin Krämer. Ein weiteres Amt, für das Krämer nicht mehr kandidierte, blieb vakant: Der erweiterte Vorstand muss sich nun selbst auf die Suche nach einem stellvertretenden Bezirksspielleiter machen. Der Kulmbacher Krämer erhielt für seine jahrelang zuverlässige und engagierte Tätigkeit im Bezirksverband die silberne Verdienstnadel.

Eine weitere Auszeichnung ging an den Kronacher SK: Als erster Verein erhielt er zum zweiten Mal den Jugendpreis, der nun Jugendförderpreis heißt. Der BVO hatte dafür seine Bestimmungen gelockert und lässt nun auch denselben Jugendpreisträger nach mindestens zehn Jahren erneut zu; Kronach hatte 2006 den allersten Jugendpreis verliehen bekommen. Der Ludwig-Schirner-Ehrenpreis würdigt in diesem Jahr Heinz Laubenzeltner vom SK Marktleugast, der diesen Verein jahrzehntelang gefördert hat wie zuvor schon den Nachbarverein SK Stammbach; er wird den Preis noch zu einem anderen Anlass persönlich entgegennehmen.

Neuigkeiten aus dem Spielbetrieb hatte BSL Reiner Schulz parat: Der TSV Bindlach-Aktionär zieht seine zweite Mannschaft aus der Landesliga Nord zurück. Dadurch gibt es einen weiteren Aufsteiger in die Regionalliga Nord-West – den oberfränkischen Vizemeister SV Seubelsdorf. Um den freiwerdenden Platz in der Bezirksoberliga kämpfen am 17. Juni Helmbrechts und Burgkunstadt – die Vizemeister der Bezirksligen – auf neutralem Platz in Kulmbach. Je nachdem, wie dieser Stichkampf endet, wird es einen weiteren freien Platz in den Bezirksliga Ost oder West geben.

Die MV war zu Gast beim Jubiläumsverein SC 1868 Bamberg. Dessen Vorsitzender Peter Krauseneck verkündete einen großen Erfolg bei der Mitgliederwerbung – die Mitgliederzahl des größten Vereins im Schachbezirk stieg auf mittlerweile 165. Zur Gewinnung neuer Mitglieder und zur Entwicklung von Strategien gegen Vereinsschwund soll auch die Vereinskonferenz der DSJ beitragen, die im Herbst nach Höchstadt kommen wird. Außerdem wird der BVO gerne tatkräftig Aktionstage von Vereinen zum Lasker-Jahr unterstützen. Und zur neuen Datenschutz-Verordnung soll eine eigene Info-Veranstaltung des Schachbezirks stattfinden.

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