Corona wirbelt Schachkalender durcheinander

Das Coronavirus hat das Sportgeschehen weltweit nahezu zum Erliegen gebracht. Wann und unter welchen Bedingungen kann es mit dem Spielbetrieb weitergehen? Diese Frage stellen sich derzeit sämtliche Verbände. Auch der erweiterte Vorstand des Schachbezirks hat darüber beraten. Das Ergebnis: Die oberfränkischen Ligen werden möglicherweise im Herbst zu Ende gespielt. 

Hintergrund dieser Entscheidung ist vor allem der Blick auf die übergeordneten Verbände. Schach-Bundesliga und DSB wollen am 22. Juni beschließen, wie es in den beiden höchsten deutschen Ligen weitergeht. Im Gespräch ist unter anderem eine Verlängerung der Saison – bei noch sieben ausstehenden Runden – bis ins Frühjahr 2021. Der Bayerische Schachbund hat in seinen Spielklassen nur noch zwei Runden zu absolvieren; das Präsidium hat sich dazu auf den 22. Juli vertagt. Dieser Linie schließt sich der Schachbezirk Oberfranken an: Am 23. Juli trifft sich der erweiterte Vorstand zu seiner nächsten Videokonferenz. 

Bis dahin gilt es für die Funktionäre auf allen Ebenen, zu beobachten, ob und wie sich das Virus weiter ausbreitet. Und es geht vor allem darum, wie der Freistaat Bayern sein Infektionsschutzgesetz anpasst. Zu welchen Lockerungen es im Hinblick auf sportliche Wettkämpfe in geschlossenen Räumen kommt, bleibt abzuwarten. Nach derzeitigem Stand sind Schachwettkämpfe nicht einmal im Freien erlaubt, da Schach kein “kontaktloser Individualsport” ist. Für Trainingseinheiten gelten äußerst strenge Vorgaben, über die sich jeder Verein unbedingt informieren muss, bevor er ein Training ansetzt. Es empfiehlt sich, ein Trainingskonzept von der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde absegnen zu lassen.

Bis zum 23. Juli – das hoffen die Entscheidungsträger des Bezirksverbands – kann man besser absehen, was nach den Sommerferien möglich ist und was nicht. Bei günstigem Verlauf und den entsprechenden gesetzlichen Vorgaben könnte die letzte Runde der oberfränkischen Ligen noch im September stattfinden. Doch sicher ist das momentan nicht; in einer Phase, in der immer mehr Lockerungen in Kraft treten, aber auch jederzeit wieder für einzelne Landkreise rückgängig gemacht werden können. Auch das weitere Vorgehen nach einem möglichen regulären Saisonabschluss im September ist noch völlig unklar.

Der BVO schließt sich auch bei der Prioritätensetzung dem BSB an: Der Betrieb in den Ligen hat Vorrang vor anderen Meisterschaften. Der Vollständigkeit halber sei daher erwähnt, dass vor September keine oberfränkischen Meisterschaften ausgetragen werden. Die Blitz-MM und die Schnellschach-MM werden zunächst verschoben. Da Versammlungen aktuell nicht zulässig sind, verlegt der Schachbezirk seine Mitgliederversammlung – mit Neuwahlen – vom 18. Juli auf den 19. September. Sie soll dann, wie ursprünglich geplant, in Kronach stattfinden. Bis zum Herbst dürfte auch mehr Klarheit darüber herrschen, wie sich ein Spielbetrieb in der Saison 2020/21 organisieren lässt. Nicht zuletzt wird dann auch die Austragung der oberfränkischen Schachtage im Januar 2021 zur Diskussion stehen.

Der Deutsche Schachbund startet eine großangelegte Befragung. Jedes Mitglied des DSB kann und soll Ideen zur Fortsetzung des Spielbetriebs einbringen. Diese Beiträge sollen in die weiteren Beratungen und die Entscheidungsfindung einfließen.

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