Der Mitgliedergewinner

Der Schachclub Bayreuth ist 2021 voll durchgestartet. Das bedeutete nicht nur eine Verdreifachung der Mitgliederzahl, sondern auch den Sieg im Mitgliederwettbewerb zum 100. Jubiläum des Schachbezirks Oberfranken – vor dem SC Höchstadt und dem PTSV-SK Hof. 

Wie gewinnt ein Verein während der Pandemie derart viele Mitglieder? In Bayreuth kamen mehrere günstige Faktoren zusammen, wie der Vorsitzende Thomas Bezold berichtet. So mobilisierte allein die Tatsache, dass in der Wagnerstadt wieder ein Schachklub existiert, die Interessierten. Schließlich gehören die Zeiten von Grundig und TS Bayreuth der (glorreichen) Vergangenheit an. Schachbegeisterte Bayreuther, aber auch Studenten schlossen sich in den zurückliegenden Jahren meist dem TSV Bindlach-Aktionär an, der dank intensiver Nachwuchs- und Schulschacharbeit einen riesigen Aufschwung erlebte, der bis heute anhält.

Den Namen Bezold verbindet man in den Schachszene untrennbar mit Waischenfeld und der legendären “Pulvermühle”, die für einige Wochen dem Ex-Weltmeister Bobby Fischer Unterschlupf bot; Thomas’ Bruder Michael ist bereits in jungen Jahren zum Großmeister aufgestiegen. Doch die Ära der Pulvermühle ist unwiderruflich vorbei, das Schachlokal ist verkauft. Deshalb bot es sich für Thomas Bezold an, der seit 1986 in Bayreuth lebt, in der Hauptstadt des Regierungsbezirks aktiv zu werden. Im Oktober 2020 erfolgte die Umbenennung des SC Waischenfeld in SC Bayreuth. Im Februar 2021 zählte der Verein gerade mal zwölf Mitglieder, nach dem Lockdown begann die Aufbauarbeit. 

Und da kommt der zweite günstige Faktor ins Spiel: Bezold fand für seinen Verein ein Spiellokal mitten in der Innenstadt, das “Café Stadtmission” der evangelischen Landeskirchlichen Gemeinschaft. Viele Passanten wurden auf die freitäglichen Schachabenden aufmerksam, und auch an der Universität sprach sich die Kunde vom neuen Schachklub schnell herum. Etliche Studenten und Dozenten hatten sich fürs Onlineschach begeistert – “aber jetzt wollten sie auch mal richtig spielen”, sagt Bezold. So waren die Spielabende immer besser besucht, über 20 Teilnehmer sind keine Seltenheit. Und der Mitgliederbestand wuchs auf mittlerweile 40. Ein derartiges Plus im Jahr 2021 kann kein anderer Verein des Schachbezirks vorweisen, und deshalb geht der wohlverdiente Sieg im Mitgliederwettbewerb des BVO nach Bayreuth. Dotiert ist der erste Preis mit 150 Euro. 

Platz zwei (100 Euro) ergatterte sich der Schachclub Höchstadt, der nicht ohne Grund auch den Jugendförderpreis 2021 des Schachbezirks erhalten hatte. In Höchstadt ging dank zahlreicher Engagierter der Trainingsbetrieb während der Lockdowns ungemindert weiter. Neuartige digitale Trainingsformen führten zum Erfolg  – und zum kräftigen Mitgliederzuwachs. 

Auf dem dritten Platz (50 Euro) landete der PTSV-SK Hof. In der Saalestadt ist der Aufschwung auf die Beharrlichkeit der Verantwortlichen zurückzuführen. Und sicher auch darauf, dass der ehemalige Jugendmeisterspieler Johannes Wenzel zu seinem Heimatverein zurückkehrte und zwei seiner früheren Mitstreiter gleich mit nach Hof holte. 

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