Wer lächelte noch nach dem Abstiegsduell?
Zwei Drittel der Saison in den oberfränkischen Ligen sind vorüber. Das heißt: Die Konturen in Sachen Auf- und Abstieg sind klarer geworden, vielleicht ist manche Vorentscheidung gefallen. Nicht nur in der Bezirksoberliga kam es zu einem Duell, bei dem die Punkte doppelt zählten.
Unser Spiel des Tages: Auf dem Bild lächeln sie noch alle (Foto: Alex Horn). Doch am Ende des Abstiegsduells in Bindlach hatten nur die Gäste der Bären-Reserve gut Lachen. Der Schachklub Weidhausen zog frühzeitig auf und davon und ging mit 3,5:0,5 in Führung. Klar, dass in der Folge Remisangebote auf den Bindlacher an Brett 2 einprasselten. Horn lehnte diese ab, musste aber dann mit ansehen, dass ein Mannschaftskollege von Thomas Carl überspielt wurde. Die Entscheidung für Weidhausen. Danach betrieben die Gastgeber noch Schadensbegrenzung zum Endstand von 3:5. In diesem Wettkampf zeigte sich das aktuelle Problem der „Aktionäre“: der akute Spielermangel. Erneut konnte Bindlach nur zu siebt antreten, ließ das erste Brett frei, um überhaupt eine Chance zu haben – was allerdings 50 Euro Bußgeld kostet. Für Weidhausen war es ein wertvoller Erfolg im Kampf um den Klassenerhalt, Bindlach ist nach nur einem Sieg aus sechs Runden Schlusslicht.
| 4 | TSV Bindlach Aktionär 2 | DWZ | – | SK Weidhausen 1 | DWZ | 3 – 5 | ||
| 1 | 4 | Wendel, David | 1826 | – | 1 | Günther, Rüdiger | 2022 | – – + |
| 2 | 5 | Horn, Alexander | 1809 | – | 2 | Sonnenberg, Christoph | 1897 | ½ – ½ |
| 3 | 6 | Benner, Viktor | 1800 | – | 3 | Carl, Thomas | 1879 | 0 – 1 |
| 4 | 8 | Kneidl, Norbert | 1558 | – | 4 | Knauer, Olaf | 1826 | 0 – 1 |
| 5 | 10 | Ebel, Kilian | 1749 | – | 5 | Herdin, Volker | 1748 | 1 – 0 |
| 6 | 15 | Kamleiter, Noah | 1502 | – | 6 | Dehler, Jürgen | 1702 | 1 – 0 |
| 7 | 19 | Flemming, Paul | 1410 | – | 7 | Hempfling, Herbert | 1721 | ½ – ½ |
| 8 | 20 | Künzel, Merlin | – | 8 | Schillig, Gert | 1754 | 0 – 1 | |
Das Oberhaus: Der Spieltag hat für kräftig Bewegung in der Tabelle der Bezirksoberliga gesorgt. Aufsteiger Bamberg 3 hätte gegen Kronach einen großen Schritt zum Durchmarsch in die Regionalliga machen können, unterlag jedoch deutlich mit 2:6. Das wiederum hilft den Frankenwäldlern enorm, sie liegen jetzt im Mittelfeld. Vom Bamberger Ausrutscher profitieren gleich drei Mannschaften: Kulmbach ist neuer Spitzenreiter vor Oberkotzau, die beiden Teams trennten sich 4:4. Seubelsdorf meldete sich in Sonneberg eindrucksvoll zurück und setzt die Thüringer unter Zugzwang. Die Abstiegsplätze nehmen derzeit zwei Ost-Mannschaften ein – was zu einem verschärften Abstieg von vier Mannschaften in der Bezirksliga Ost führen würde. Aber drei Runden sind noch zu spielen.
Der Osten: Nach dem 7,5:0,5-Kantersieg bei Marktleuthen 2 schien Hof 2 in der Bezirksliga Ost klar auf Aufstiegskurs zu sein. Doch jede zweite Mannschaft – wie auch jene aus Bindlach – muss mit personellem Auf und Ab zurechtkommen. Diesmal waren die Hofer bei weitem nicht in Bestbesetzung und kamen gegen Bayreuth nicht über ein 4:4 hinaus. Die Marktleuthener zeigten sich gut erholt, gewannen das Derby gegen Kirchenlamitz und rücken nun wieder um einen Zähler an Hof heran. Zwischen den beiden Topmannschaften wird sich wohl die Meisterschaft entscheiden; Rehau fiel durch die Niederlage gegen Thiersheim zurück. Ein Blick in die Abstiegszone: Im Grunde kann sich ab Platz drei abwärts niemand sicher fühlen. Für Mehlmeisel/Tröstau wird nach der sechsten Niederlage im sechsten Spiel schon sehr dunkel im Bezirksliga-Keller.
Der Westen: Allein ein Wettkampf der Bezirksliga West spülte eine dreistellige Summe in die Kasse unseres Bezirksverbands: Sechs Spieler von Bamberg 4 empfingen fünf Tettauer zum Abstiegskampf. Ein Brett blieb gänzlich unbesetzt, die Folge war das ungewöhnliche Ergebnis 4:3 für Bamberg 4. Laut Turnierordnung gibt es für die Domstädter dennoch zwei Mannschaftspunkte, weil sie mehr Punkte an den Brettern als ihre Gegner eingefahren haben. Kritisch wird es in dieser Liga langsam für Hollfeld/Memmelsdorf 2, bei der Niederlage gegen Spitzenreiter Michelau war ein Klassenunterschied erkennbar. Den Michelauern bleiben die heute siegreichen Team aus Nordhalben, Strullendorf und Burgkunstadt auf den Fersen.
Die Vorschau: Nach drei Wochen Faschings- und Schachtage-Pause geht es am 1. März weiter mit Runde sieben. In allen drei Ligen stehen mehrere Duelle von Auf- und Abstiegskandidaten auf dem Programm. Wer kann sich nach oben absetzen? Wer kann Punkte für den Klassenerhalt sammeln? So langsam geht’s um alles oder nichts.

