Hohe Ehrungen, Haushalt, Hitze: Das war die MV 2026
34 Grad zeigte das Thermometer zwischenzeitlich an während der Mitgliederversammlung (MV) in Nordhalben. Dennoch gab es keine hitzigen Debatten, sondern konstruktive Diskussionen, mehrere Abstimmungen und eindeutige Ergebnisse.
Die Stimmkarten kamen im Laufe der gut vierstündigen intensiven MV immer wieder zum Einsatz – Demokratie pur. Sehr häufig naturgemäß bei den Wahlen. Die Verbandsspitze um Bezirksvorsitzenden Claus Kuhlemann und seinem Stellvertreter Reiner Schulz wurde eindrucksvoll bestätigt. Einen Wechsel gibt es jedoch auf dem Posten des Schriftführers: Alexander Sude folgt auf Jan Fischer, der für dieses Amt nicht mehr kandidierte, aber Referent für Öffentlichkeitsarbeit bleibt. Neuer Referent für Mitgliedererfassung ist Johannes Sittner, der Vorsitzende des SC Pegnitz. Um das Schulschach kümmert sich fortan Dirk Müller, Abteilungsleiter des PTSV-SK Hof, da der bisherige Amtsinhaber Alexander Lechner aus beruflichen Gründen ins Ausland geht. Vorerst vakant bleiben die Beauftragten-Aufgaben für Frauenschach und Seniorenschach; Interessierte können sich bei Claus Kuhlemann melden.
Abstimmen durften die Delegierten – Vereinsvertreter und Funktionäre des erweiterten Vorstands – über insgesamt elf Anträge. Dabei fanden größere Veränderungsvorschläge keine Mehrheit. Beschlossen wurden kleinere Anpassungen in der Turnierordnung wie etwa die Reduzierung der Rundenzahl bei der Blitz-MM. Außerdem gilt nun eine Leihordnung für das gesamte Spielmaterial des Schachbezirks. Bei einem zusätzlichen Antrag ging ein Raunen durch den Saal im Nordhalbener Jugendheim: Der SC Bamberg hat die Geldstrafen dieser Saison bisher nicht gezahlt. Per Beschluss der MV wurde der Verein daher vorläufig vom Spielbetrieb im Schachbezirk ausgeschlossen. Sobald die Zahlung eingegangen ist, wird die Sperre selbstverständlich sofort aufgehoben.
Und auch das war ein eher ungewöhnliches Votum: Zum Haushaltsplan tauchten unerwartet einige Fragezeichen auf, die sich auch in einer Sitzungsunterbrechung nicht vollständig auflösen ließen. Deshalb setzte die Versammlung die Entscheidung über den Haushalt und Nachtragsetat ab, und es kommt in den nächsten Monaten zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung mit kurzer Tagesordnung. Dazu müssen die Teilnehmer aber nicht erneut zu einem Tagungslokal anreisen: Seit der Pandemie sieht die Satzung auch die Möglichkeit einer Onlinesitzung vor. Wann und wo die nächste reguläre MV 2027 stattfindet, wird sich noch herausstellen. Nach zwei Ende-Juni-Versammlungen in Folge mit hochsommerlichen Temperaturen machte BSL Christian Gebhardt den erfrischenden Vorschlag, es doch einmal mit einem anderen Termin zu versuchen – entweder im Frühjahr oder im Herbst.
Damit noch nicht genug der Abstimmungen. Der BSL holte ein Stimmungsbild zum Vorschlag ein, den Termin 2.5. für die oberfränkischen Ligen zu streichen und stattdessen am 21.2. zu spielen. Dafür gingen sehr viele Stimmkarten nach oben – die Entscheidung bleibt freilich beim Spielleiter. Er wird den endgültigen Terminplan demnächst bekanntgeben, ebenso wie die Zusammensetzung der Ligen, wenn Verbandsgerichts-Verfahren beendet sind.
Eine MV ist immer auch der würdige Rahmen für hohe Ehrungen. Zwei stachen dabei heraus. Der SV Walsdorf erhielt den Jugendpreis, der mit 250 Euro dotiert ist, für seine vorbildliche Nachwuchsarbeit. Wie Wolfgang Rottmann (auf dem Foto oben) berichtete, kümmern sich in der Gemeinde im Kreis Bamberg vier Rentner um schachinteressierte Kinder und Jugendliche. 14 Mädchen und 28 Jungs nehmen derzeit am Training teil, und fast täglich gibt es neue Anfragen. Was zu einem mittlerweile seltenen Luxusproblem führt: Der Verein kann wohl schon bald keine neuen Interessierten mehr aufnehmen.

Ein anderer Ehrenamtler, der sich seit 60 Jahren unter anderem um die Jugendarbeit verdient gemacht hat, ist Gert Schillig. Ihm verlieh der Schachbezirk den Ludwig-Schirner-Ehrenpreis in Erinnerung an den legendären Präsidenten, der stets um das Wohl des Schachs bedacht war. Genau in diesem Sinne hat Gert Schillig den SC Ebersdorf geprägt, wie Mirko Fuchs in seiner Laudatio ausführte. 40 Jahre lang stand der Geehrte an der Vereinsspitze, holte unter anderem die deutsche Damen-Blitz-Meisterschaft nach Ebersdorf, wirkte als Vizepräsident des BVO und als Kassierer im Kreisverband CNLK, war auch beim SK Weidhausen aktiv. „Wir sind stolz, dich in unseren Reihen zu haben“, sagte Mirko Fuchs; Schillig war sichtlich gerührt.

Vier Verdienstnadeln in Bronze gingen an Thomas Bezold (SC Bayreuth, Foto) und Petra Wolf (SC Bamberg) sowie die jungen Fide-Meisterin Alberto Atoyan (PTSV-SK Hof) und Yaroslav Demchenko (SC Bamberg).

Die Meister der Erwachsenen- und Jugendligen erhielten ihre Pokale – der SK Kulmbach sogar zwei: für den Titel in der Bezirksoberliga und in der Jugendliga U20. (Auf dem Foto Kulmbachs Vorsitzender Goran Sabol.)

