Bissige Bären nehmen Kurs auf die Regionalliga

So sieht ein würdiger oberfränkischer Meister aus: Die zweite Mannschaft des TSV Bindlach-Aktionär dominierte die Bezirksoberliga. Ohne Niederlage, mit drei Zählern Vorsprung und mit einer überragenden Bretpunktbilanz holte die Bären-Reserve souverän den Titel und sicherte sich den Aufstieg in die Regionalliga Nord-West. Damit liegt jetzt nur noch eine Liga zwischen der Bindlacher Zweiten und der Ersten, die nach 20 Jahren die 2. Bundesliga verlassen muss. Ihr Meisterstück machten die Aktionäre am letzten Spieltag mit einem 6,5:1,5 gegen Kirchenlaibach. Im Nachhinein hätte es sogar eine Niederlage sein dürfen – und der erste Platz wäre trotzdem perfekt gewesen.

Bärige Champions, von links: Jaroslav Tiller, Alexander Horn, Viktor Benner, Reimund Aulinger, Johannes Pfadenhauer, Bertram Spitzl und Benjamin Opitz; sowie rechts, von oben nach unten: Jörg Heimerdinger, Marcus Hassa, Iwan Rein und Klaus Steffan. (Foto/Montage: Klaus Steffan)

Auf Rang zwei pirschte sich der SK Weidhausen nach vorne. Jene Mannschaft, die man in der Bezirksoberliga immer auf der Rechnung haben muss. Die Truppe um Ralf-Michael Großhans siegte zum Abschluss beim starken Aufsteiger Waldsassen und überholte tatsächlich noch den PTSV-SK Hof, der lange um die Meisterschaft mitgespielt hatte. Die Hofer unterlagen den ebenfalls unberechenbaren Nordhalbenern. Denkt man ans Vorjahr zurück, hat mitunter auch der Vizemeister vage Chancen auf den Aufstieg. Wenn Mannschaften aus höheren Ligen zurückziehen (wie vor einem Jahr Bindlach 2 aus der Landesliga), kann sich das bis nach Oberfranken auswirken. Also, man darf gespannt sein, wie letztlich die Meldungen für die einzelnen Spielklassen aussehen.

Auch das steht seit Sonntag fest: Höchstadt und Seubelsdorf müssen die Regionalliga verlassen und treten wieder in der höchsten Klasse des Schachbezirks an. Für die Oberfranken lagen in der Nord-West-Liga Freud und Leid nah beieinander. Der Kronacher SK schaffte den Aufstieg in die Landesliga Nord, der 1. FC Marktleuthen verpasste ihn denkbar knapp. Durch den Abstieg von Höchstadt und Seubelsdorf ist – nach momentanem Stand – klar, dass es in der Bezirksoberliga drei Absteiger gibt. Einen mehr als üblich.

In den niedrigen Gefilden der Tabelle kam es zu einem echten Herzschlag-Finale – mit dem besseren Ende für den SV Neustadt b. Coburg. Das Team um Leon Bauer gewann das Abstiegsduell in Helmbrechts mit 4,5:3,5. Nur ein halber Punkt weniger hätte den Absturz in die Bezirksliga bedeutet. So aber bleibt Neustadt drin, und Aufstieger Helmbrechts muss gleich wieder nach unten. Der SV verhinderte damit auch, dass das Horror-Szenario für die West-Vereine Realität wurde. Statt fünf Absteigern aus der Bezirksliga West gibt es nun deren vier; Tettau darf sich dort über den Klassenerhalt freuen. Michelau und Sonneberg steigen mit Helmbrechts in den Fahrstuhl ein Stockwerk tiefer.